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Wirtschaft in der Region

Mittelbayerische Zeitung, 12.01.2001


Nach Neustart mit 43 die Spitze als Ziel

 

CHAM: Spricht man von Chamer Wirtschaft auf Expansions-Wegen, fällt der Gedanke umgehend in die Zentren im Chamer Süden. Im Stadtzentrum baut sich Werkstatt-Technik Rinkl die List-Halle sukzessive für ihre Zwecke aus. Ziel: Um im Markt der Werkslatt-Ausrüster bundesweit zu den Top Ten zu gehören. Das Unternehmen ist im Grunde eine One-man-show, die aus der Kündigung von Reinhold Rinkl bei der Unternehmehmensgruppe Autop resultiert: "Damals begann ich ganz von vom, so richtig mit Arbeitsamt und dergleichen." Warum der gelernte Kfz-Mechaniker Knall auf Fall vom gehobenen Posten der Sparte bei Autop wechselt, behält er für sich, nur soviel. Unsere Vorstellungen von Betriebsführung klafften zu weit auseinander. Vielmehr sei es ihm wichtig gewesen einen alten Traum wieder aufleben lassen zu können - den der Selbständigkeit Warum der erste Traum platzte. Diesen Traum hatte Rinkl Baujahr 1953 schon als Mechaniker als er vom Rasenmäher bis zum großen BMW so ziemlich alles reparierte. Den Kopf rausstrecken war bereits damals seine Devise. Unter den Kontakten, war auch Autop der 1984 sein Partner in der Branche Werkstatt-Ausrüstung wurde und die gemeinsam bis 1996 die Sparte aulbauten, als sich die Wege trennten. So stand ich also da, 43 Jahre, arbeitslos mit Haus und vier Kindern, sagt er und freut sich noch heute über den Tag als zwei ehemalige Kollegen zu ihm sagten: "Du, wennst was aufmachst machen wir bei dir mit. Ich hatte zu diesem Zeilpunkt keinen Namen- keine Räumlichkeiten - gar nichts. Aber das Trio legte los, mit Rinkls know-how aus gut 20 Jahren, sozusagen von der Pike auf. " Und erfreulicherweise sprachen mir fast alle ehemaligen Autop-Kunden von damals ihr Vertrauen aus. Rinkl Werkstatt- Technik hatte eine Geschäftsgrundlage. Gezielt ist schnell, getroffen weniger denn neben, den Bauherren, hat bei solchen Bauten auch, noch eine andere, sehr kritische Klientel ein gewichtig Wort mitzureden. Die Automobil-Hersteller. Es zahlte sich aus, dass ich damals bereits Kontakte knüpfen konnte und dass ich immer schon wissen wollte, wohin der Weg geht. Ich habe mir Lieferanten in den USA oder in Schweden angesehen. Und vor allem über Schweden muss ich sagen. Das ist teilweise unglaublich, wie weit die dort sind.

Wohin geht dann der Weg in der Werkstatt-Branche? Eine Richtung ist die, die wir aktuell ja im Fall Altmann sehen, sagt-Rinkl nach kurzem Überlegen. Der typische Familienbetrieb, ist nicht mehr gern gesehen, dafür eine große Zentrale und mehrere Satelliten. Das könnte vielleicht so weit gehen, dass diese Satelliten nur für Routine-Arbeiten eingestellt sind und größere Arbeiten in der Zentrale erledigt werden. Ein großer Aufwand sei das nicht, nur eine Frage der Logistik. Rinkl denkt jedoch langfristig: "Der Markt wird sich öffnen. Werkstätten werden versuchen, komplette Firmen-Flotten zu übernehmen, da spielt es dann keine Rolle mehr, ob einige VW darunter sind, ein paar Opel oder Fiat. Möglich sei in absehbarer Zeit auch die sogenannte geschlossene Motorhaube, wie man sie in Ansätzen bereits beim Audi A2 sehe. Der Trend war bisher immer weniger Reparaturen, immer mehr Autos. Immer kürzere Werkstatt-Zeiten Werkstatt-Aufenthalte von sieben Stunden pro Jahr lautete Anfang der 90er Jahre der statistische Durchschnitt, aktuell seien es nur noch gut fünf Stunden pro Jahr. Wir versuchen, die Werkstatt durch Planung nach Betriebsabläufen aber auch durch mehr Technik schneller, effektiver, fehlerloser zu machen. Das beginnt schon bei der Eingabe der Fahrzeugdaten. Einmal, das muss für alle künftigen Werkstatt-Besuche genügen. Bisher sei die Strategie gut aufgegangen. Rinkls Referenzliste weist viele große Namen der Region auf: Audi-Zentrum Regensburg, Eiberweiser und Ballach in Deggendorf, Zehder&Franz Cham, Mühlbauer Furth im Wald, Wollenschläger Neutraubling. Der neue Mercedes-Palast von Hirschvogel im Gewerbepark Chammünster? Die Werkstatt wird von Rinkl geplant und eingerichtet. Konzentration der Branche Hinzu kommen eine Reihe ansehnlicher Betriebe in Tschechien, der Slowakei und Polen, die Rinkl durch eine kleine Niederlassung im dortigen Länderdreieck bedient. "Wir hier in Cham sind so l2-13 Mann, in Domazlice sind's fünf. Rinkl schätzt, dass in zehn Jahren vielleicht noch zehn Firmen bundesweit das Geschäft in dem Maße betreiben, wie wir heute. Und zu diesen zehn wollen wir gehören.